
Eichenprozessionsspinner: Gefahr für Hunde und Katzen
Der Eichenprozessionsspinner ist ein in Mitteleuropa heimischer Nachtfalter. Seine Raupen leben vor allem auf Eichen und ernähren sich von deren Blättern und Knospen. Dabei bilden sie große, gespinstartige Nester, in denen sie gemeinsam leben und sich später verpuppen. Je nach Witterung schlüpfen die Raupen im April oder Mai und entwickeln sich bis zum Sommer zu Nachtfaltern.
Warum ist der Eichenprozessionsspinner für Haustiere gefährlich?
Die Raupen besitzen als Schutz vor Fressfeinden zahlreiche feine Brennhaare. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei Kontakt starke Reizungen und allergische Reaktionen auslösen kann. Die winzigen Härchen sind mit Widerhaken versehen und werden leicht durch den Wind verbreitet. Dadurch können sie sich auch in größerer Entfernung von den eigentlichen Nestern befinden.
Für Hunde und Katzen kann der Kontakt mit den Brennhaaren sehr gefährlich werden. Besonders neugierige Tiere kommen beim Schnüffeln, Ablecken oder durch direkten Kontakt mit den Raupen und ihren Nestern mit den Härchen in Berührung.
Mögliche Folgen eines Kontakts
Die Brennhaare können schwere Entzündungen und Schwellungen verursachen. Besonders betroffen sind häufig:
- Nase und Maulschleimhaut
- Zunge
- Augen
- Pfoten
- Hautbereiche mit direktem Kontakt
Schwellen Zunge oder Rachenraum stark an, kann es zu lebensbedrohlicher Atemnot kommen. Auch das Einatmen der Brennhaare kann Husten, Atembeschwerden oder in schweren Fällen einen allergischen Schock auslösen.
Symptome im Überblick
Achten Sie insbesondere auf folgende Anzeichen:
- Starker Juckreiz
- Schwellungen und Quaddeln
- Hautreizungen oder Hautknötchen
- Gerötete oder geschwollene Augen
- Reizungen im Pfotenbereich
- Schwellungen von Maul, Nase oder Zunge
- Husten und Atembeschwerden
- Starkes Hecheln
- Fieber
- Mattigkeit oder Abgeschlagenheit
So schützen Sie Ihren Vierbeiner
- Informieren Sie sich über das Aussehen der Raupen und ihrer Nester.
- Meiden Sie bekannte Befallsgebiete bei Spaziergängen.
- Beachten Sie Warnhinweise von Kommunen und Behörden.
- Kontrollieren Sie als Katzenhalter möglichst das Revier Ihres Freigängers.
- Melden Sie entdeckte Nester dem Grundstückseigentümer oder den zuständigen Behörden.
- Entfernen Sie Nester niemals selbst.
Was tun bei Verdacht auf Kontakt?
- Schützen Sie sich selbst mit Handschuhen und möglichst auch mit einem Mundschutz.
- Spülen Sie betroffene Hautstellen vorsichtig mit warmem Wasser ab.
- Spülen Sie das Maul Ihres Tieres aus, ohne dass das Wasser in den Rachen läuft.
- Beobachten Sie Ihr Tier aufmerksam.
- Suchen Sie bei Symptomen oder Verdacht auf eine allergische Reaktion umgehend eine Tierarztpraxis auf.
Bei bekannten Allergikern sollten Sie nicht abwarten, sondern sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Schnelles Handeln kann Leben retten
Je früher eine Behandlung erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund oder Ihre Katze mit Raupen oder Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt gekommen ist, kontaktieren Sie umgehend Ihre Tierarztpraxis.